links - rechts - oben - unten ▪ 11. - 13. Juni 2021 ▪ Nürnberg

Unten rum – her mit der schönen bunten Welt!

Unten rum - Her mit der schönen bunten Welt!
12. Juni 2021
15:15 - 16:30
Podiumsgespräch
großer Saal
Kulturwerkstatt auf AEG
Foto: Ryan McGuire

Unten rum – her mit der schönen bunten Welt!

Podiumsgespräch

Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag hat sich seit der Jahrtausendwende bei etwa einem Drittel eingependelt, zur dritten Geschlechtsoption „divers“ gibt es keine Angabe und kein öffentlich bekanntes Beispiel. Im Herbst 2019 hat es erstmalig eine Frau an die Spitze eines DAX-Konzerns geschafft. Männer werden mit der Auszeichnung „Spitzenvater des Jahres“ geehrt, wenn sie ihrer Partnerin beruflich den Rücken freihalten und die Kinderbetreuung und den Haushalt erledigen.
Schon diese wenigen Beispiele zeigen, dass wir bis zu vollkommener Gleichberechtigung noch einen langen Weg vor uns haben. Problemstellungen wie diskriminierende Sprache, sexualisierte Gewalt, Homo- und Queerfeindlichkeit und die Einschränkung der körperlichen Selbstbestimmung von Schwangeren sind weiterhin Tatsachen in unserer Gesellschaft.

Welche Maßnahmen verhelfen uns zu einer humanistischen Gesellschaft, in der das in der Menschenrechtserklärung postulierte „Alle Menschen sind frei und gleich […]“ wirklich gilt?


Teilnehmer*innen:

Foto: Michael Lucan

Tessa Ganserer ist die erste Abgeordnete, die sich in Deutschland öffentlich als transident geoutet hat. Mit dem Vornamen Markus aufgewachsen und 2013 in den bayerischen Landtag eingezogen, steht Ganserer seit ihrem Coming-out vor einem Jahr nicht mehr nur als Politikerin der Grünen, sondern auch als Mensch im Interesse der Öffentlichkeit. Sie engagiert sich für Rechte von Minderheiten und LGBT-Themen und möchte, dass das in ihren Augen menschenrechtsverletzende Transsexuellengesetz endgültig abgeschafft wird. Sie wird sich diesen Bestimmungen jedenfalls nicht beugen- auch wenn sie dann in Kauf nehmen muss, dass in ihrer Geburtsurkunde weiterhin „männlich“ steht. Sie will aber keinesfalls einen Richter darüber entscheiden lassen, ob sie der Mensch sein darf, der sie ist.