links - rechts - oben - unten ▪ 12. - 14. Juni 2020 ▪ Nürnberg

Oben im Dachgeschoss –
wenn Wohnen Luxus wird

Oben im Dachgeschoss - wenn Wohnen Luxus wird
13. Juni 2020
11:30 - 12:45
Podiumsgespräch
großer Saal
Kulturwerkstatt auf AEG
Foto: Free-Photos, Pixabay

Oben im Dachgeschoss –
wenn Wohnen Luxus wird

Podiumsgespräch

Wohnen ist ein Menschenrecht, essenziell für unsere Existenz. Wo wir geboren werden, aufwachsen und letztlich wohnen, bestimmt maßgeblich, welche Chancen uns offenstehen. Darüber hinaus ist der Besitz von Boden und Immobilien ein Katalysator für Wohlstand, Reichtum und mittelbar für Macht. Wer ein Grundstück in der Lausitz erbt, steht schlechter und weit weniger kreditwürdig da als jemand, der in München erbt – Deutschlands Stadt mit dem höchsten Quadratmeterpreis für Mieten wie für Eigentum.

Ein Gegentrend zur Urbanisierung ist nicht absehbar und mit dem zu erwartenden Anstieg globaler Migration wird sich dies noch weiter verschärfen. Bis 2050, so prophezeien es die Vereinten Nationen, werden 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben. Gleichzeitig wird die Stadt als solche mit ihrem wachsenden Verkehrsaufkommen, Licht- und Lärmverschmutzung zu einem ernstzunehmenden Gesundheitsrisiko, das als notwendiges Übel in Kauf genommen wird.

Wie können wir das Recht auf Wohnen schützen, Wohnraum neu ordnen und ihn lebenswert gestalten? Können wir eine Stadt (und ein Land) für alle schaffen, ohne Segregation und Gentrifizierung?


Teilnehmer*innen:

Katrin Frische und Patric Meier sind Mitbegründer und Architekt*innen des KoDorfs zwischen Berlin und Leipzig im Naturpark Hoher Fläming. Eine ausgeprägte Szene von Künstlern und Kreativen hat sich bereits in und um Wiesenburg niedergelassen, so zum Beispiel das Projekt Landwärts. Dieses ermöglicht großstadtmüden Berlinern Probewohnen auf dem Land und bietet Workshops auch für einen unternehmerischen Neustart im ländlichen Raum. KoDörfer bestehen aus einer Ansammlung von kleinen Häusern und einigen großzügigen bis opulenten Gemeinschaftsflächen, darunter ein Coworkingspace, eine Dorfschenke, Werkstätten, Yoga-Räume, vielleicht auch ein Kindergarten. Über die genaue Nutzung der Gemeinschaftsflächen entscheidet die Baugruppe gemeinsam. Das KoDorf ist als Mischung aus Genossenschaft und Baugruppe gestartet. Aktuell wird auf mehrheitlichen Wunsch der bestehenden KoDorf-Gemeinschaft eine vollgenossenschaftliche Lösung vorbereitet.